Chronotyp bestimmen

Bist du Frühaufsteher oder Nachteule? Dein Chronotyp bestimmt, wann du am leistungsfähigsten bist. Die Wissenschaft zeigt: Es ist keine Gewohnheit, sondern Biologie.

Was ist der Chronotyp?

Roenneberg et al. veröffentlichten 2003 den Munich Chronotype Questionnaire (MCTQ), der den Chronotyp über den Mittelpunkt des Schlafs an freien Tagen bestimmt.[1] Das Ergebnis, der sogenannte MSFsc-Wert (Mid-Sleep on Free days, sleep-corrected), ist die genaueste Methode der Schlafforschung, den Chronotyp zu bestimmen.

Der Chronotyp ist kein binäres Entweder-oder. Er beschreibt ein kontinuierliches Spektrum, nicht nur „Lerche oder Eule“. Die drei Bereiche: Lerche (MSFsc < 3,0 h), Normaltyp (3,0-5,0 h) und Eule (> 5,0 h) sind Orientierungswerte auf dieser Skala.

Warum dein Chronotyp wichtig ist

In Forced-Desynchrony-Studien wiesen Dijk und Czeisler 1995 nach: Kognitive Leistung hängt stark von der zirkadianen Phase ab.[2] Die innere Uhr bestimmt, wann Konzentration und Reaktionsfähigkeit ihren Höhepunkt erreichen -- dein Chronotyp verschiebt deine gesamte Leistungskurve.

Das Nachmittagstief ist ein weiteres Beispiel: Monk (2005) wies nach, dass das Mittagstief nicht am Essen liegt, sondern am circadianen Rhythmus.[3]

Wer dauerhaft gegen seinen Chronotyp lebt, entwickelt Social Jetlag. Roenneberg et al. (2012) zeigten, dass dieser Unterschied zwischen Wochen- und Wochenend-Schlafzeiten mit höherem Gewicht und Stoffwechselproblemen zusammenhängt.[4]

70%
der Bevölkerung sind Normaltypen. Extreme Lerchen und Eulen machen jeweils ca. 15% aus[1]
Social Jetlag
Der Unterschied zwischen Wochen- und Wochenend-Schlafzeiten hängt mit höherem Gewicht zusammen[4]

Was wirklich hilft

Schlafzeiten am Chronotyp ausrichten. Statt gegen die innere Uhr zu arbeiten, bringt es am meisten, deine Schlafzeiten an deinen eigenen Rhythmus anzupassen.

Regelmäßigkeit stabilisiert den Rhythmus. Konstante Schlaf- und Aufwachzeiten reduzieren Social Jetlag und seine Folgen für den Stoffwechsel.[4]

Lichtexposition morgens. Khalsa et al. (2003) zeigten mit der Phase Response Curve, dass helles Licht am Morgen die innere Uhr nach vorn stellen kann.[5] Abendliches Licht verzögert sie.

Mini-Selbsttest: Welcher Chronotyp bist du?

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Schlafmittelpunkt (MSFsc)

Hinweis: Dieser Kurztest basiert auf einer vereinfachten Version der MSFsc-Formel (Roenneberg 2003). Für eine genaue Bestimmung braucht es Schlafdaten über mehrere Wochen, besonders an freien Tagen ohne Wecker.

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Quellen

  1. Roenneberg T, Wirz-Justice A, Merrow M (2003). Life between clocks: daily temporal patterns of human chronotypes. J Biol Rhythms, 18(1), 80-90.
  2. Dijk DJ, Czeisler CA (1995). Contribution of the circadian pacemaker and the sleep homeostat to sleep propensity, sleep structure, electroencephalographic slow waves, and sleep spindle activity in humans. J Neurosci, 15(5), 3526-3538.
  3. Monk TH (2005). The post-lunch dip in performance. Clin Sports Med, 24(2), e15-e23.
  4. Roenneberg T, Allebrandt KV, Merrow M, Vetter C (2012). Social jetlag and obesity. Current Biology, 22(10), 939-943.
  5. Khalsa SBS, Jewett ME, Cajochen C, Czeisler CA (2003). A phase response curve to single bright light pulses in human subjects. J Physiol, 549(3), 945-952.